Geschichte der Astronomie
Das Chandra-Röntgenteleskop: Ein Observatorium für hochenergetische Himmelskörper
Das Chandra-Röntgenteleskop ist ein spezialisiertes Observatorium, das sich der Suche nach verschiedenen Röntgenquellen im Weltall widmet. Es erforscht Phänomene wie Überreste von Supernovae, Doppelsterne und Schwarze Löcher.
Hochenergetische Röntgenstrahlen aus dem Weltall werden vom Wasserdampf der Atmosphäre absorbiert. Auch unsere Sonne sendet Röntgenstrahlen aus, die von Chandra untersucht werden können, um mehr über ihre Aktivität und ihren Einfluss auf die Planeten zu erfahren.
Die Entdeckung der Quasare: Ein Meilenstein in der Astronomiegeschichte
Ende der fünfziger Jahre stießen Astrophysiker auf mysteriöse Radioquellen, denen keine sichtbaren Objekte zugeordnet werden konnten. Nach intensiver Forschung wurde schließlich ein schwacher Lichtpunkt entdeckt und als Quasar identifiziert.
Wann wurden also Quasare entdeckt
Quasare wurden hauptsächlich im Jahr 1963 entdeckt, als der Astronom Maarten Schmidt die ungewöhnlichen Spektrallinien des Radioobjekts 3C 273 als stark rotverschobene Wasserstofflinien identifizierte. Diese Erkenntnis zeigte, dass Quasare extrem weit entfernte und unglaublich leuchtstarke Objekte sind, die von aktiven supermassereichen Schwarzen Löchern in jungen Galaxien angetrieben werden. Ihre Entdeckung revolutionierte unser Verständnis des frühen Universums und seiner Entwicklung.
Was sind Quasare?
Quasare sind extrem helle, aktive Kerne von Galaxien. Sie beherbergen oft ein supermassives Schwarzes Loch. Schwarze Löcher verschlucken Materie und setzen dabei enorme Energiemengen frei. Ursprünglich wurden Quasare fälschlicherweise für schnell rotierende Neutronensterne gehalten, die Pulse im Millisekundenbereich aussenden.
Joyce Bell Burnells Beitrag zur Quasar-Entdeckung
Bei der ersten Wahrnehmung dieser ungewöhnlichen Signale spekulierte man sogar über außerirdische Zivilisationen. Im Jahr 1967 spielte die Doktorandin Jocelyn Bell Burnell eine entscheidende Rolle bei der Auswertung dieser Quasar-Signale. Ihre Arbeit half dabei, die wahre Natur dieser kosmischen Phänomene zu entschlüsseln und den anfänglichen Glauben an "grüne Männchen" zu widerlegen.
Die Archenhold-Sternwarte in Berlin: Deutschlands älteste Sternwarte
Die Archenhold-Sternwarte in Berlin ist die älteste Sternwarte Deutschlands und ein wichtiger Ort in der Geschichte der Astronomie. Schon vor 125 Jahren wurden hier faszinierende Aufnahmen von Nebelflecken und dem Zodiakallicht gemacht.
Friedrich Simon Archenhold und das längste Fernrohr der Welt Friedrich Simon Archenhold (1861-1939) kam Anfang der 1880er Jahre nach Berlin. Im Jahr 1895 fertigte die Münchener Optikerwerkstatt Steinheil ein Teleskop mit einem ungewöhnlich kleinen Öffnungsverhältnis von 1:30 an. Mit einem Objektivdurchmesser von 68 cm und einer Brennweite von 21 Metern wurde es zum längsten Fernrohr der Welt. Diese Konstruktion eignete sich hervorragend für die detaillierte Beobachtung von Planeten, Sternhaufen und Mehrfachsystemen, war aber weniger ideal für die Erforschung von Nebeln.
Die Internationale Astronomische Union (IAU): Namensgebung im Sonnensystem
Die Internationale Astronomische Union (IAU) ist ein globaler Zusammenschluss professioneller Astronomen. Ihre Hauptaufgabe ist die offizielle Namensgebung von astronomischen Objekten.
Regeln für Himmelskörper und Planeten Die IAU definiert, was als Planet gilt und wann ein Himmelskörper als Kleinplanet klassifiziert wird. Sie ist verantwortlich für die Nomenklatur aller Objekte, die im Sonnensystem vorkommen, sowie für Sterne und andere Himmelskörper jenseits unseres Sonnensystems.
Frauen in der Geschichte der Astronomie: Pioniere am Observatorium
Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Sterne systematisch auf fotografischen Platten festgehalten. Um Veränderungen in der Sternbewegung zu dokumentieren und auszuwerten, stellten amerikanische Observatorien, darunter das Harvard College Observatorium, Frauen für diese anspruchsvolle Arbeit ein. Sie analysierten unzählige Sternspektren.
Edward Pickering und die "Computer" von Harvard Edward Pickering beschäftigte zahlreiche dieser hochqualifizierten Frauen für die Auswertung der fotografischen Platten. Diese Tätigkeit bot den am College ausgebildeten Frauen Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Arbeitsmöglichkeit, wenngleich ihr Lohn nur die Hälfte dessen betrug, was Männer verdienten. Man nannte diese wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen auch "Computer".
Caroline Herschel: Eine Wegbereiterin Eine weitere bemerkenswerte Figur ist Caroline Herschel, die ihrem Bruder William Herschel bei seinen bahnbrechenden Beobachtungen assistierte. Die Familie Herschel entdeckte und katalogisierte zahlreiche Himmelsobjekte. Caroline Herschel erhielt für ihre Verdienste sogar eine kleine Rente vom englischen König. Trotz ihrer wissenschaftlichen Leistungen wurde ihr als Frau die Aufnahme in die Royal Society verwehrt.
Simon Marius: Die Jupitermonde und der Plagiat-Vorwurf von Galileo
Simon Marius entdeckte am 8. Januar 1610 die vier größten Monde des Jupiters. Nur einen Tag zuvor, am 7. Januar 1610, hatte Galileo Galilei die gleichen Himmelskörper entdeckt und seine Beobachtungen umgehend veröffentlicht.
Der Streit um die Erstentdeckung Simon Marius, der zu dieser Zeit Hofastronom des Markgrafen von Ansbach war, publizierte seine Entdeckung erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dies führte dazu, dass Galileo ihn öffentlich als Plagiator beschimpfte. Historische Forschungen konnten jedoch später belegen, dass Marius seine Entdeckung eigenständig gemacht hatte und der Vorwurf des Plagiats unbegründet war.
Fraunhofer und das Erbe der Firma Merz in der Geschichte der Astronomie
Auch nach dem Tod von Joseph von Fraunhofer im Jahr 1826 setzte sich sein Einfluss in der Geschichte der Astronomie fort. Fraunhofer war zwar nicht der Erste, der die dunklen Linien im Sonnenspektrum bemerkte, aber seine Beobachtungen waren so präzise, dass er ihre Bedeutung erkennen und systematisch erforschen konnte.
Die Firma Merz: Fortführung einer Tradition Sein Nachfolger, die Firma Merz, führte dieses Erbe erfolgreich weiter. Das Unternehmen bestand bis 1932 und etablierte sich als Hersteller von hochwertigen Refraktoren mit großen Öffnungen. Dies markierte den Beginn eines Wettbewerbs um die Entwicklung der besten Teleskope und trug maßgeblich zur Weiterentwicklung der astronomischen Observatoriums-Technologie bei.
Wann wurde das expandierende Universum entdeckt
Mit dem expandierenden Universum hatte sich in den 20iger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht nur Hubble in Amerika beschäftigt, sondern auch LeMaitre. LeMaitre arbeitete zu dieser Zeit in Amerika an verschiedenen Institutionen. Dadurch bekam er Kenntnis der Messungen der Geschwindigkeiten der sich von der Milchstrasse entfernenden Galaxien durch Vesto Sliper. Slipher arbeitete am Lowell Observatorium. Hubble publizierte zu dieser Zeit über die Entfernungen der Andromedagalaxie und der Rotverschiebungen und damit der Ausdehnung des Weltalls. Die Veröffentlichungen LeMaitres wurden in der Wissenschaft nicht so bekannt, wie die von Hubble.
