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Geschichte der Astronomie

Bestimmung von Leuchtkraft und Entfernung am Harvard-Observatorium

Henrietta Leavitt (1868-1921) wurde in Manchester, Massachusettes geboren. Sie studierte am Oberlin College in Ohio und später an der Society for the Collegiate Instruction of Women, dem späteren Redcliff College in Babridge. Ab 1895 arbeitete sie ehrenamtlich am als Assistentin am Harvard-Observatorium. Erst 1902 wure sie dort angestellt. Zu dieser Zeit wurden die Helligkeiten aller bekannten Sterne erfasst. Edward Pickering (1846-1919) war Leiter des Observatoriums und dieses Forschungsprojektes.  1907 beschloss Pickering die Leuchtkraft von Sternen photographisch messen zu lassen. Vor wurde die Leuchtkraft der Sterne mit bloßem Auge beurteilt.

Henriette Leavitt wurde Leiterin der fotografischen Abteilung. Sie erweiterte die Skala von der 3. Größenklasse bis hinunter zur 21. Größenklasse. Bis zu ihrem Tod hatte sie die Leuchtkraft in 108 Himmelsabschnitten erfasst und entdeckte vier neue Sterne und 2400 Veränderliche.

Das Ausmaß des Universums

In den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden in Californien neue Sternwarten. Wie die berühmte Sternwarte auf dem Mount Wilson. In  über 17 Metern Höhe entstand eine Sternwarte mit den beiden  größten Teleskopen der Welt. Ab 1914 arbeitete Harlow Sharpley (1885-1972) an der Beobachtung der Verteilung der Kugelsternhaufen.

Ebenso am Mount Wilson Observatorium erforschte Edwin Hubble (1889-1953) Spiralnebel. Im Jahre 1926 konnte er Cepheiiden-Veränderliche im Andromeda-Nebel beobachten. Mit der Perioden-Leuchtkraft-Beziehung von Leavitts bestimmte er deren Entfernung auf 900 000 Lichtjahre. Der Andromeda-Nebel konnte kein Objekt unserer Milchstrasse sein. Dies fand er er auch bei anderen Nebeln heraus. 1925 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse und schloss daraus, dass all diese Nebel unglaublich hell sein mussten, aber sehr weit weg wären.

Die ersten Fotografien in der Astronomie

Der Englänger John Draper (1811-1882) nahm 1840 die ersten Bilder vom Mond auf. Deutlich waren Krater und die dunklen Mare zu erkennen. Sein Sohn Henry (1837-1882) fotografierte den ersten Nebel. Es war der Orionnebel. 1885 wurden die ersten Bilder des Mondes veröffentlicht. Die Fotografie von Sternen hingegen war enttäuschend. Doch die Fotografie eignete sich gut, die Prallaxe der Sterne zu bestimmen.

Kopernikus

Nicolaus Kopernikus wurde am 19. Februar 1473 um 16:48 Uhr geboren. Seine Mutter war Barbara Watzenrode, ein Mädchen aus dem Thorner Bürgertum. Sein Vater verstarb früh. So kam er zu seinem Onkel Lucas Watzenrode, der für den Unterhalt der Mutter und der Geschwister sorgte. Lucas Watzenrode war ein wohlhabender und einflussreicher Mann. Er war geweihter Priester, gehörter zur Gefolgschaft des Königs und verfügte über ein ordentliches Einkommen aus den Pfründen des Ermlandes. 1491 konnte sich sein Neffe an der Jagellionischen Universität in Krakau einschreiben. In seiner kleinen Bibliothek stand der 1492 erschienene Band der Alfonsinischen Tafeln mit den Örtern von Sonne, Mond und Planeten. Dieses Tafelwerk wurde von christlichen, jüdischen und arabischen Gelehrten im 13. Jahrhundert in Kastilien unter König Alfonsin erarbeitet. In diesem Band findet sich ein 1476 von Johannes Müller (1436-1476), genannt Regiomontanus, eine Ausgabe der „Tabulae directionum“ für die Astronomie der Sphären. Diese Alphonsinischen Tafeln wurden zweihundert Jahre später von Johannes Kepler durch die Rudolphinischen Tafeln abgelöst.

Tobias Meyer

Wenn wir an Marbach am Neckar denken, so denken wir gleich an den Dichter Friedrich Schiller. In Marbach ist aber noch eine andere berühmte Persönlichkeit geboren, der man auch ein Museum gewidmet hat. Es ist Tobias Meyer. Meyer starb am 20. Februar 1762 in Göttingen. Meyer war ein bedeutender Astronom und Kartograph. Er war Autodidakt. Ohne Studium erhielt er eine Professur an der Universität Göttingen. Geboren wurde Tobias Meyer am 17. Februar 1723 in Marbach am Neckar. 1725 zieht die Familie nach Esslingen am Neckar. Vom Vater lernt der 5-Jährige Lesen und Schreiben. Ab 1729 besucht Tobias die deutsche Schule. In diesem Jahr stirbt der Vater. Da seine Mutter in ihrer Anstellung nicht genügend Geld verdienen kann, um Tobias weiter in die Schule zu schicken, kommt er in ein Waisenhaus. Er wird von mehreren Personen unterstützt, darunter ist der Bürgermeister. Ab 1738 besucht er die Lateinschule. Er kommt in das dazugehörige Wohnheim, nachdem 1737 auch seine Mutter verstorben ist. Meyer zeigte schon früh ein ausgeprägtes Zeichentalent. 1739 zeichnet er den Stadtplan von Esslingen, der in Augsburg gedruckt wird. 1741 veröffentlicht er ein erstes Werk über Geometrie. 1744 findet er eine Anstellung in Augsburg bei einem Landkartenverlag. 1746 erhält Tobias Meyer eine Anstellung beim Hoffmannschen Kartenoffizin, einem Kartenverlag in Nürnberg. Dort führt er seine Astronomischen Beobachtungen fort. Er zeichnet eine genaue Mondkarte mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern an. Er entdeckt die Libration des Mondes. Durch die Anwendung von Mikrometerschrauben erhält er eine ausgezeichnete Genauigkeit seiner gezeichneten Mondkarte. Das war damals noch nicht üblich. 1747 wird Meyer Mitglied in der Kosmographischen Gesellschaft Nürnberg. Er veröffentlicht zahlreiche Schriften über astronomische Beobachtungen. Darunter sind kartografische Darstellungen und die Beschreibung eines neuen Mikrometers. Mit Michael Franz (1700-1761) veröffentlicht er einen Bericht vom Mond mit seiner gezeichneten Mondkarte. 1750 erhält er eine Einladung von König Georg III. von England an die Universität Göttingen. Göttingen und Hannover waren standen damals unter der Englischen Krone. Ein Jahr später wird er an der Göttinger Universität zum Professor für Mathematik und Ökonomie berufen. Tobias Meyer erarbeitet präzise Mondtafeln. Er vermisst die Sternörter entlang des Tierkreises sehr genau. Seine Idee war, den Mond als Uhr zu verwenden, um Seefahrern die genaue Bestimmung des geografischen Längengrades auf See zu ermöglichen. Bei seinen Ephemeridenberechnungen tauscht sich Meyer sehr intensiv mit dem Schweizer Mathematiker Euler aus. Meyer ist Leiter der Göttinger Sternwarte. Er merzt den Fehler des Göttinger Mauerquadranten aus und fertigt den Spiegelkreis für astronomische Beobachtungen.