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Beobachtungstipps 

Den Himmel mit einem Fernglas erkunden

Für den ersten Überblick über den Himmel reicht erst einmal ein Fernglas. Ein Fernglas hat gegenüber einem Fernrohr ein sehr viel größeres Gesichtsfeld. Mit einem Weitwinkelfernglas hat man einen Winkel von 9 Grad. Dieses Fernglas hat dann die Daten 6x30: also 6-fache Vergrößerung bei 30 mm Öffnung. Damit kann man dann im Winter die Praesepe im Krebs finden, den man mit dem Fernrohr länger suchen muss (ohne Goto). 

Wieviel sieht man vom Mond mit verschiedenen Teleskopen

So bekommt man ein Gefühl, wo die Himmelsobjekte liegen. Der Vollmond wird in einem Fernglas sehr klein sein. Mit einem Teleskop  einer Brennweite von 400 mm bekommt man den Mond ins Bild, man sieht aber nicht sehr viel von den Gebirgen und den Kratern. Mit 750 mm Brennweite und einer Vergrößerung von 125 sieht man die Gebirge und manchen Krater und hat den Mond im Überblick mit ein wenig Himmel. Mit einer Vergrößerung von 375 fach hat man weniger als ein Achtel des Mondes im Gesichtsfeld. Der Vollmond hat einen Durchmesser von 30 Bogenminuten oder einem halben Grad. 

Mit dem C8 Schmidt-Cassegrain Teleskop mit einer Brennweite von 2035 mm durch ein Okular mit 18 mm fotografiert, bekommt man in das Bild nur den Krater Kopernikus und noch ein wenig von der Umgebung.

Die beste Vergrößerung ist die, die dem Durchmesser des Objektivs oder Spiegels in mm entspricht. Mit dieser Vergrößerung kann man sehr gut die Gasplaneten beobachten. Bei klarem Wetter darf es auch mehr sein. Nur der Mond verträgt diese hohen Vergrößerungen, wie soeben beschrieben, von 375 fach.

Man soll bei Planeten hoch vergrößern. Doch leider stehen diese nicht so hoch, dass das in der Praxis so gut funktionieren würde. Dafür muss man in den Süden reisen. Dort kann man auch länger belichten.  

Wie groß ist der Ausschnitt am Himmel

Bei einem Fernrohr mit einem Objektivdurchmesser von 9 Zoll und einer sehr langen Brennweite von 2300 mm beträgt das Gesichtsfeld nur ein halbes Grad. Dies ist bei den Teleskopen der Bauart Schmidt-Cassegrain. Bei den kleineren mit 6 Zoll und 1800 mm Brennweite, bei den Maksutovs üblich, ist das Gesichtsfeld genauso klein.

Der Orionnebel wird in einem kleinen Fernrohr nur in der Mitte gesehen mit viel Himmel drumherum. Die Ausdehnung des berühmten Orionnebels beträgt nur ein halbes Grad

Sternhaufen sind in kleinen Fernrohren mit kurzer Brennweite im Ganzen zu sehen. Das Gesichtsfeld ist bei diesen kleinen Fernrohren wesentlich größer. In einem guten astronomischen Fernglas kann man die Sternhaufen anschauen. In einem Fernglas hat hat eine bessere Übersicht über die Sternhaufen und kann am Himmel von Sternhaufen zu Sternhaufen wandern. Die Plejaden passen nicht in den Ausschnitt eines Fernrohrs von 5 bis 6 Zoll Durchmesser. Mit einem kleinen Fernrohr von 70 bis 80 mm und 400 mm Brennweite und einem guten Glas kann man die gesamten Plejaden fotografieren, da diese in das Gesichtsfeld dieser kleineren Fernrohre passen.   

Wo sieht man Himmelsobjekte am besten

Wenn der Mond im Zenit steht, kann er ganz weiß strahlen. Bei seinem Aufgang ist er oft dunkelgelb bis rot. Am klarsten sind also die Sterne und die Planeten, wenn Sie weit oben am Himmel stehen. Gehen die Strahlen durch den feuchten Horizont entlang, werden sie durch diese dicken Luftschichten stärker gebrochen. Das ist auch der Grund warum die Astronomen mit höheren Vergrößerungen arbeiten können, als die Vogelkundler. Die Astronomen schauen in die Höhe und die Naturbeobachten bewegen sich in den dunstigen Luftschichten. 

Astronomie in der Stadt

Unter einer städtischen Beleuchtung sieht man höchstens Sterne 4. Größe. Um mehr zu sehen, braucht man mindestens ein 2-fach Weitwinkelfernglas. Die Andromedagalaxie ist die einzige. Unter einem Vorstadthimmel kann man auch andere Galaxien sehen, wenn man diese live an einem PC sehen kann, weil die Bilder mit einer Software gestacket werden. Aber wir wollen ja beobachten. 

Beobachtung mit einem Zoomokular

An manchen Tagen lässt sich die Oberfläche des Mondes mit den vorhandenen Okularen nicht richtig klar einstellen. Versuchen Sie es doch einmal mit einem Zoomokular, mit dem man verschiedenen Vergrößerungen durchspielen kann. Wenn das Seeing nicht gut ist, weil zu viel Feuchtigkeit in der Luft ist und der Nebel sich so langsam vom Horizont hochzieht, kann man nicht mit der höchsten Vergrößerung arbeiten. Die an normalen Tagen günstigste Vergrößerung beträgt der Durchmesser des Teleskops in Millimeter. An sehr klaren Tagen kann man höher hinauf gehen, was in unseren Breiten aber oft nicht möglich ist. Nur wenn sich ein kräftiges Tief ankündigt, sind die Sterne in der Stadt wie an einem Urlaubsort mit weniger Lichtverschmutzung und Feuchtigkeit zu sehen. 

Auskühlen des Newton Teleskops

Ein Newton Teleskop muss sich erst einmal an die Umgebungstemperatur gewöhnen, besonders im Winter, wenn das Teleskop aus der warten Stube in die Kälte getragen wird. Fangen Sie beim Beobachten des Himmels mit der kleinsten Vergrößerung an. Dann können Sie das Objekt ihrer Begierde mit dem stärker vergrößernden Okular betrachten. Lassen Sie sich Zeit. Wenn das Licht um Sie herum stört, bedecken Sie den Kopf und das Okular mit einem dunklen Tuch. Und Sie sind mit sich und dem Objekt allein. Vermeiden Sie grelles Licht. Die Augen benötigen 20 Minuten, um sich ganz an die Dunkelheit zu gewöhnen.