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 Die Astrolabe

Astrolabe


 

Die Astrolabe

Die Astrolabe besteht aus 3 Scheiben. Der Mater, dem Thympan und der Rete. Die unterste Scheibe, die Mater nimmt die beiden Scheiben auf. Auf das Thympan sind die Höhenkreise, die Azimutkreise und die Kreise für das äquatoriale Koordinatensystem, die Deklination und die Rektszension bzw. die Stundenkreise eingezeichnet. Das Thympan ist austauschbar und immer für bestimmte geografische Breiten gefertigt. Diese Zeichung der Kreise sind dieselben wie bei einer drehbahren Sternkarte. Man sieht hier direkt auf die Rete. Rete bedeutet im Lateinischen Netz. Hier sind die wichtigsten Sterne mit verschlungenen Dornen angedeutet, an deren Ende die gedachten Sterne sitzen. Die Astrolabe wird an einem Ring gehalten, den wir oben im Bild nur zur Hälfte sehen können. 

Am Rand sieht man hier die Gradeinteilungen. 

Die Seeastrolabe

Die Seeastrolabe ist eine einfache Astrobabe, die nur mit Gradeinteilungen von der Mitte bis zum Rand versehen ist. Sie hat eine Alhidade, um damit die Sonne anvisieren zu können. Die Alhidade geht quer über die Astrolabe. Der Unterschied zwischen einer Alhidade und einem Diopter ist die: Ein Diopter hat eine runde Öffnung, in die auch eine Lupe eingebaut werden kann.  Mit der Sonnenhöhe zur Mittagszeit konnte dann die Breite berechnet werden.

So eine  Seeastrolabe wurde im Jahre 2014 an der Küste von Oman gefunden. Die Scheibe ist 17,5 cm im Durchmesser und 2mm dick. Die Markierungen am Rand der Scheibe sind in 5-Grad-Schritten aufgetragen. Die Astrolabe wurde aus dem Schiffswrack Esmeralda geborgen. Mit der Esmeralda fuhr Vasco da Gamma in den Jahren 1497 bis 1499 mit einer Flotte nach Indien. 1502 fuhr Vasco da Gamma wieder von Portugal aus nach Indien. Im folgenden Jahr kam er wieder zurück, ohne die Esmeralda. Sie war in einem Sturm gesunken.